ähnlich ging es uns vor ein paar tagen, als wir die grenze nach laos passiert haben. auf die fahrt an sich will ich gar nicht länger eingehen, es war wie erwartet huckelig und eng und hat, ebenfalls wie erwartet, wieder viel länger gedauert, als wir ursprünglich dachten. die strecke wurde in vier teilabschnitte unterteilt: das erste und längste stück haben wir mit einem minivan zurück gelegt, der uns bis nach stung treng, die letzte kambodschanische stadt vor laos, gebracht hat. dort gab es ein gästehaus, das als treffpunkt für alle reisenden nach laos fungierte und von dem aus eine stunde später ein bus in richtung grenze abfahren sollte. es vergingen vier stunden ohne bus. so richtig gelegenheit zum gnatzig sein hatten wir aber trotzdem nicht, denn alle 45 minuten kam ein neues bekanntes gesicht um die ecke geschlendert. und so wurden wir immer mehr im kreis der wartenden, und irgendwo hatten wir uns alle schon mal gesehen. wie sich herausstellte, waren die meisten davon aus frankreich. jeder hatte eine andere route, und trotzdem gab es dreh- und angelpunkte, die sich mit routen von anderen überkreuzten. und da wir nichts anderes zu tun hatten außer warten, haben wir erfahrungen ausgetauscht, die jeweiligen regionen bewertet und uns angehört, was wir verpasst oder eben nicht verpasst haben.
der small-talk mit backpackern ist letztlich immer derselbe: man redet über länder, in denen man schon war oder über länder, die noch vor einem liegen, über lieblingsorte, das essen, die mentalität... es wird selten persönlich, manchmal verbringt man sogar den halben tag miteinander und weiß am ende nicht mal den namen des anderen.
nach fünf stunden kamen dann etwa zwanzig motorradfahrer an, die uns alle im konvoi zum busbahnhof gebracht haben, wo sich auch endlich der heißersehnte bus hat blicken lassen. nachdem wir die 50 kilometer entfernte grenze im schneckentempo passiert hatten und auf beiden seiten eine stempelgebühr für unser visum löhnen durften...
... mussten wir wieder umsteigen. diesmal auf einen umgebauten pick-up. gepäck auf's dach, alle touris auf die ladefläche.
sah so aus:
dieses lustige gefährt brachte uns bis zu einem hafen im südlaotischen mekong-delta. nur noch eine zehnminütige bootsfahrt entfernt vom ziel, einer inselgruppe mit dem namen si phan don (übersetzt: viertausend inseln). es sollte weitere zwei stunden dauern, bis ein boot kam. als wir schließlich über den mekong gondelten und uns somit auf der zielgeraden befanden, hatten wir bereits unseren ersten sonnenuntergang in laos gesehen und waren seit mehr als 14 stunden unterwegs.
auf don det, einer der hauptinseln angekommen, haben wir uns in windeseile ein gästehaus gesucht, schnell was gegessen und sind wahrscheinlich noch im sturzflug aufs bett tief und fest eingeschlafen. da wir auf dieser insel allerdings nicht bleiben wollten, haben wir uns früh am nächsten morgen räder ausgeliehen und sind über eine alte eisenbahnbrücke auf eine südlichere insel gefahren, die um einiges schöner und weniger touristisch ist. schnell haben wir hier nen bungalow direkt am fluss gefunden, für den wir pro nacht 30.000 kip bezahlen. das sind ganze drei euro, also 1,50 euro pro person und nacht. damit kommen wir unserem lang gehegten plan, unbedingt mehr geld zu sparen, ein bisschen näher.
| ausblick von der hängematte |
seit wir also auf diese insel umgesiedelt sind, das war am donnerstag, lassen wir die seele baumeln. wir haben zu fuß oder mit den rädern die insel erkundet, einen großen wasserfall entdeckt, im mekong geplanscht oder in hängematten vor uns hin gedöst. abends ist es hier ganz ruhig. keine musik, keine bars, keine bunten lichter. es ist wunderbar.
| als wenn jemand auf die idee kommen würde, da schwimmen zu gehen! |
morgen hat der spaß allerdings ein ende, schließlich müssen wir uns auch mal wieder vorwärts bewegen. wir haben lange überlegt, ob wir die nächste strecke bis in den norden fliegen sollen, uns dann letztlich aber doch entgegen entschieden. denn genau in der mitte zwischen hier und der hauptstadt vientiane gibt es eine höhle mit dem namen tham kang lo, die wir uns nicht entgehen lassen wollen. unser lonely planet sagt dazu folgendes: "die 7,5 km lange höhle verläuft unter einem riesigen kalksteinberg. die tham kong lo zu besichtigen ist ein erlebnis, das man sich selbst in seinen spektakulärsten träumen nicht vorstellen kann. auf der reise flussaufwärts kommt man an spielenden kindern vorbei, bis urplötzlich der klaffende eingang vor einem auftaucht. schon jetzt bleibt einem der atem weg. nach den ersten schritten in die dunkelheit des tunnels, der teilweise so hoch wie eine kirche ist (an manchen stellen sogar 100 meter), weicht das sonnenlicht zurück und es verbreitet sich eine unangenehm gespenstische atmosphäre. wenn man in richtung flussufer durch einen wald aus stalaktiten wandert, fühlt man sich in einen alten star-trek-film versetzt und manchmal sogar wie auf einem lsd-trip."
also nehmen wir ein paar mehr an- und abreisetage auf uns... dafür, und das haben wir uns fest vorgenommen, fliegen wir zum schluss das letzte stückchen von luang prabang ins vietnamesische hanoi. damit ersparen wir uns die beschwerliche fahrt zum grenzübergang und müssen uns auch nicht mit korrupten grenzoffizieren rumstreiten.
morgen früh um elf fährt uns also ein boot zurück zum hafen, und von da aus nehmen wir einen bus nach tha keak, wo wir gegen mitternacht aufschlagen werden. wie wir von da aus zur höhle kommen, wissen wir noch nicht so richtig. entweder mieten wir uns für ein paar tage motorräder und erkunden die gegen auf eigene faust, oder wir versuchen mit bus oder boot so nah an die höhle zu kommen wie möglich, um dann von dort aus einen tagesausflug dorthin zu machen. ich denke, das entscheiden wir dienstag früh. das übernächste ziel wird vientiane, wo wir zum wochenende hin ankommen sollten. spätestens dann melde ich mich wieder. ich drück euch fest schick weiter emsig sonnenstrahlen in richtung heimat!
ich kann übrigens nur wärmstens allen das neue album von florence + the machine ans herz legen - es ist so so gut! ich hoffe, ihr könnt das in deutschland sehen...
.....die musik ist weder in deutschland zu hören noch zu hören, aber das ist auch ehrlich gesagt nicht so wichtig-wichtig war von euch zu lesen und mal wieder mitzerleben was und wie ihr es erlebt...schön, mein willi.ich wünsch euch eine weitere tolle reise und paßt auf euch auf.
AntwortenLöschenFriedalein, hätte ich doch nur um dein fernweh gewußt! wir wären in deinen ka gestiegen und ausgestiegen. sensationell!! ich bewundere dich. dank deiner muttschken weiß ich von deinem werdegang. herzlichen glückwunsch! ich denk ganz doll an dich und knuddel dich wie blöd!
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