Mittwoch, 31. August 2011

wieder da!

kurzurlaub schon vorbei, jetzt sind wir wieder im edc und haben uns gerade häuslich niedergelassen...

als allererstes mal was organisatorisches rund um den blog:
  1. ihr könnt jetzt kommentare schreiben. ich musste da noch ein bisschen rumschrauben – und jetzt geht's! jippi!
  2. wenn ihr mir mails schreibt, bitte nicht mehr an die web.de-adresse, sondern an caroinsoasien@hotmail.de
  3. sind schriftart und -größe so in ordnung und gut zu lesen? hab ja hier nur meinen mini-läppi dabei, und darauf sieht's ganz ok aus...
  4. ja, ich beherrsche die groß- und kleinschreibung tatsächlich, aber ich bin einfach zu faul. seht's mir nach.
  5. kleine einführung für die neueinsteiger:
wir wohnen hier im edc, das ist ein bildungszentrum für kinder und jugendliche, in dem sie englisch, deutsch und den umgang mit computern lernen können. das edc gehört zu einer kleinen privaten hilfsorganisation, die nach dem tsunami von andrea aus deutschland und ihrem einheimischen mann lal gegründet wurde. die beiden haben mittlerweile 2 kinder, anisha (4, glaub ich) und anuja, die anfang august geboren wurde. zusammen mit köchin und leela wohnen sie in einer großen wohnung über dem edc. und eben hier sind auch zimmer für die immer wechselnden freiwilligenhelfer, die entweder unterrichten (direkt im edc, im tempel oder im waisenhaus), bei natur- und tierschutzprojekten helfen oder management-funktionen übernehmen. letztes jahr hab ich eigentlich alles gemacht, dieses jahr soll ich andreas aufgaben übernehmen, weil sie wegen der kleinen noch relativ eingespannt ist. was genau das sein wird und wie sam's aufgaben aussehen werden, wird sich in den nächsten tagen klären. weitere infos gibt's unter www.naturevolunteers.org
  1. wir sind euch 3,5 stunden voraus.

so. jetzt zu den letzten tagen... gleich nachdem ich montag geschrieben hab, sind wir losgedüst. relativ schnell haben wir nen passenden bus gefunden (auf dieses thema werd ich nochmal gesondert eingehen – bus fahren ist hier abenteuerlich!) und ne gute stunde später waren wir auch schon in hikkaduwa. hier waren wir letztes jahr oft zum ausspannen, schnorcheln und feiern... dieses mal war da überhaupt nichts. hikka schläft wohl noch und wartet auf die hauptsaison. günstig haben wir da dann ein kleines zimmerchen am meer gefunden und konnten dann in aller ruhe den sonnenuntergang bewundern. danach waren wir lecker essen und sind dann halbtot ins bett gefallen.
dienstag nach dem ausschlafen ab an den strand, bisschen gefrühstückt und gefaulenzt und um 3 sind wir dann endlich los zu unserem allerliebsten lieblingsplatz überhaupt (abgesehen von lysi's balkon): mirissa! ein kleiner ort in einer bucht, gemalt wie ein paradies. da in unserem lieblingsgästehaus grad gebaut wurde, haben wir uns ein anderes schönes plätzchen gleich hinterm strand gesucht. nachdem ich dödel ich es geschafft hab, unsere zimmertür zuzuziehen ohne den schlüssel mitzunehmen und das halbe personal dann 20 minuten damit beschäftigt war, nen ersatzschlüssel zu finden, nur um die tür letztendlich doch aufzubrechen, sind wir essen gegangen. direkt am strand, eigentlich schon fast im meer. da gab's dann nach ganz viel fisch auch endlich roten rum. gegen mitternacht sind wir dann zurück zum gästehaus. dummerweise war der besitzer noch wach, wir sind ins gespräch gekommen und schwupps, stand ne flasche arrack aufm tisch. es war dann wieder halb 3, bis wir ins bett gekommen sind. kennt man ja, dieses prinzip.
heute haben wir den tag dann am strand von mirrisa verbracht. hach, das war schön. auf dem rückweg haben wir kurz in galle angehalten, weil da ein großes cricket-länderspiel statt gefunden hat. sri lanka gegen australien. die lieben cricket hier! ich versteh's nich annähernd. sieht aus wie baseball, und alle haben was weißes an. sam hat versucht, mir was zu erklären, musste aber sehr bald einsehen, dass es keinen sinn hat. mit dem bus ging's dann weiter und gegen 7 waren wir dann endlich wieder hier... schnell zimmer bezogen, ein bisschen mit den mädels gequatscht (zwei davon kommen aus magdeburg – lustig!) und nu liegen wir hier draußen auf dem balkon und gucken sterne an. bis jetzt ist also alles schick. ich will noch so viel sagen, aber ich bin so müde... morgen meld ich mich wieder. bis dahin drück ich euch fest! gute nacht aus aluthgama!

unterwegs nach hikkaduwa

wenn das das erste ist, was man morgens sieht, kann der tag nur gut werden!
frühstück am strand
bus einfangen
katerfrühstück in mirissa
mirissaaaa
zurück nach hause
cricket
unser neues reich

Montag, 29. August 2011

urlaubsreif, aber echt jetzt!

also. wir sind dann jetzt da. mir fehlen immer noch ein bisschen ein worte... nur so viel: man kann nicht behaupten, dass heute wirklich was geklappt hat.

der zweite flug an sich war ok, nur kam ich mit ner knappen stunde verspätung an. sam hat in der zwischenzeit schon raus gekriegt, dass es heut keine zugverbindung vom flughafen in negombo zum hauptbahnhof in colombo gibt. toll. wir also erstmal auf die suche nach nem taxi... da einen ja genug leute von der seite anquatschen, hatten wir relativ schnell wen gefunden und auch nen guten preis ausgehandelt. mit nem bus mussten wir aber erst zu nem parkplatz fahren, auf dem die taxis stehen sollten. im bus saß zwischen den ganzen einheimischen noch ne weiße, die uns ganz hilflos angeguckt hat. französin war sie, und sie konnte nur ganz bisschen englisch. trotzdem haben wir herausgefunden, dass sie auch zum bahnhof wollte, und so waren wir dann schon zu dritt. auf dem parkplatz die zweite böse überraschung des tages: das taxi war kein taxi sondern ein tuk tuk. sam hat kurz geschimpft wie ein rohrspatz, mir persönlich war's egal, ich wollt nur vorwärts kommen. wir also zu dritt da rein, jeder noch mit seinem großen backpack und dem handgepäck. war ne kuschelige fahrt von 2 stunden... am bahnhof angekommen (mittlerweile war's kurz nach 9) haben wir uns tickets gekauft für den zug nach aluthgama um 10:30. und dann hieß es warten... in der absoluten hitze... hundemüde... und dann kam der zug endlich. leider war er so voll gestopft mit menschen, dass wir da nich mehr reingepasst haben! ist das zu fassen? umsonst gewartet also... wir raus ausm bahnhof und zum busbahnhof gestratzt, wo wir dann glücklicherweise auch schnell den richtigen für uns gefunden haben. der hat allerdings auch gewartet, bis er proppevoll war, bevor er endlich los gefahren ist... und überhaupt - in sri lanka geht's ja nie schnell voran! um 2 waren wir endlich in aluthgama (nachdem wir uns mit unseren großen taschen nicht rechtzeitig durch die menschenmenge im bus quetschen konnten, deshalb unseren stop verpasst haben und mit dem tuk tuk wieder zurück mussten)... von allen wurden wir sehr süß empfangen, das neue baby ist ganz allerliebst und die mädels, die hier grad sind, scheinen auch ganz nett zu sein. na wenigstens was... halbtot saßen wir dann ne halbe stunde aufm balkon und wollten eigentlich schon hier bleiben. nach langem hin und her haben wir dann aber den entschluss gefasst, sachen zu packen, einkaufen zu fahren und dann doch in richtung süden zu brettern. bis mittwoch wollen wir erstmal nichts zu tun außer am strand liegen, lesen, baden und schlafen. find ich gut.
so, und weil wir noch los wollen bevor es dunkel wird, mach ich jetzt auch schon schluss. 
bis bald ihr lieben! hab's handy mit und bin auch unter meiner alten sri lanka nummer wieder zu erreichen... ich schick euch sonne!!

unser tuk tuk

wir da drin    


wir aufm bahnhof
die spinnen doch!

wir im vollen bus

meer in sicht!!

Sonntag, 28. August 2011

grüße aus dem oman!

so. die erste hälfte ist schon geschafft... ich sitz in muskat aufm flughafen, trink pepsi und freu mich grad ganz schön. ich bin im oman, mitten im nirgendwo! und da ich jetzt 4 stunden aufenthalt habe, bevor's weiter nach sri lanka geht, schreib ich gleich mal meine vielen eindrücke des tages auf. ich versuch mich auch kurz zu fassen...

meine nacht auf dem ponyhof war wie erwartet äußerst unspektakulär. heut früh bin ich pünktlich raus, um vor der abfahrt noch ein paar ponys ausfindig zu machen. diese hoffnung wurde leider bitter enttäuscht denn da gab's zwar alles – von traktoren in allen größen und farben bis zum riesentrampolin im garten – aber kein pferd. trotzdem ging's relativ fröhlich um 9 zum flughafen. von dem hab ich allerdings gar nicht so viel gesehen, da mein terminal relativ mini war. nachdem ich dann meinen rucksack (mit dem ich mich immer noch nicht wirklich angefreundet hab – der ist einfach zu schwer!) in die extragroße schutzhülle gestopft und abgegeben hab, hab ich es mir in nem biergarten am flughafen gemütlich gemacht. ein letztes mal alle angerufen, ein letztes mal bis bald gesagt... und dann war ruhe. nur ich im bayerischen sonnenschein, kurz vorm großen abenteuer. und auf einmal war sie dann auch wieder da, die vorfreude. eine letzte zigarette unter deutschem himmel, nochmal schnell tief durchgeatmet und ab zum gate...
besonders aufgefallen sind mir den ganzen vormittag über die lustigen flughafen-durchsagen. normalerweise hört man ja immer so sprüche wie 'bitte lassen sie ihr gepäck nicht unbeaufsichtigt stehen' oder 'wir bitten sie, das rauchverbot zu beachten' – nicht in münchen. hier legt man wert auf die wirklich wichtigen dinge des lebens. so wies eine nachdrückliche frauenstimme in regelmäßigen abständen auf die pflichten eines jeden bayern hin: 'wir laden sie ausdrücklich zum katholischen gottesdienst in der kapelle am ende von terminal b ein!'. schön.

der flieger ging pünktlich. ich hatte einen fensterplatz, dummerweise direkt überm flügel. aber gut, man kann nicht alles haben... kurz vorm boarding-completed hab ich dann leider auch noch nen sitznachbarn gekriegt. der war zwar anfangs nicht sonderlich gesprächig, hat mich glücklicherweise aber auch nicht angeschrien, als ich beim ersten luftloch meine fingernägel in seinen unterarm gebohrt hab. das eis war damit dann auch gebrochen. in bangkok wohnt er, hat er erzählt. und so hab ich gleich noch ein paar (mehr oder weniger) praktische tipps abgefasst. als er dann gegen ende des fluges allerdings anfing, sich irgendein zeug durch die nase zu ziehen und 2 minuten später schrecklich nasenblut bekam, war meine gesprächsbereitschaft auch schon wieder beschränkt. so hab ich ich mich dann hochinteressiert dem boardprogramm zugewandt...
pünktlich ist der flieger dann auch hier in muskat gelandet. beim aussteigen ist mir fast schwindelig geworden, so heiß ist es hier. und es hat sofort nach meer gerochen, jippi! mit nem kleinen bus ging's dann vom flugzeug zum flughafen, schnell mal mit dem reisepass gewunken und schwupps, stand ich schon in der schillernd-bunten duty-free-welt des oman! was mich aber viel mehr beschäftigt hat, waren drei fragen: gibt’s hier w-lan? wo find ich ne steckdose? und wo kann ich rauchen? da die ganzen turban-boys hier ausgesprochen hilfsbereit sind, hab ich alles relativ schnell gefunden. die toleranzgrenze hab ich jedoch scheinbar ein bisschen ausgereizt, als ich allein in den raucher-kabuff marschiert bin. neben mir saßen völlig vermummte frauen, von denen nicht ein fitzelchen haut zu sehen war. bisschen gruselig... und die ganzen kerle drumrum haben mich angegeiert als wär ich ein marsmännchen. entsprechend froh war ich dann, als noch ein paar deutsche touris dazu kamen...
so. und nu sitz ich hier, in nem kleinen restaurant und warte, dass die zeit vergeht... hier ist es jetzt gleich 23 uhr, bei euch also erst um 9. in anderthalb stunden geht der nächste flieger. und dann bin ich bald da. ich meld mich morgen, wenn wir in aluthgama angekommen sind, vielleicht aber nur ganz kurz. schätzungsweise werden wir ziemlich platt sein nach der langen anreise...

ihr lieben, ich denk fest an euch! komisch hier so ganz allein... aber aufregend. 

ponyhof ohne ponys

zum letzten mal ein bisschen luxus im zimmer




Samstag, 27. August 2011

ruhe vor dem sturm

ich bin in münchen! nach gefühlten 37 stunden zugfahrt bin ich tatsächlich angekommen... eigentlich hat auch alles ganz gut geklappt. bis hannover ist mutti noch mitgekommen, von da ging's dann alleine weiter. spannend wurde es mal kurz am münchener hauptbahnhof – da hatte ich 8 minuten, um von gleis 19 zur s-bahn auf gleis 1 zu wechseln. gleis 1 gab's aber leider nich mehr. stattdessen stand da ein schild, dass mir freundlich mitteilte, dass die s-bahn auf gleis 25 fährt... ich also leicht panisch mit sack und pack wieder zurück gesprintet und gerad noch so in die bahn gehüpft. kurz vor 11 war ich dann hier in dem kaff am flughafen, musst dann aber noch schnell nen halben kilometer zu fuß zum hotel marschieren. endlich am ziel, dacht ich mir dann... aber nein. von da aus wurd ich mit nem shuttlebus noch 10 kilometer zu einem ponyhof gekarrt. das zimmer ist süß, allerdings hab ich mich in den letzten 5 minuten schon dermaßen ausgebreitet, dass es aussieht, als würd ich hier schon ewig wohnen. und alles riecht nach pferd. ich fühl mich leicht zurück versetzt in meine zeiten als pferdemädchen... der traum vom leben als wendy's beste freundin ist morgen früh allerdings auch schon wieder ausgeträumt, denn kurz nach 9 kommt ein shuttlebus und nimmt mich mit zum flughafen. und dann wird's ernst...
ein bisschen ernst war es ja in den letzten tagen auch schon. diese ganzen abschiede sind ja nun nicht unbedingt das schönste an dieser ganzen geschichte. jetzt sitz ich hier auf meiner bettkante und warte angestrengt auf eine ordentliche emotion. aber es passiert einfach nichts. ich bin weder todtraurig noch freu ich mich wie bolle. so hab ich mir das nicht vorgestellt! ich bin ja nicht mal richtig aufgeregt! vielleicht hat mich der viele sekt in den letzten tagen nachhaltig betäubt... ich dachte ja auch eigentlich, ich würde bei jedem mal tschüss sagen nen halben nervenzusammenbruch kriegen. war aber nich. meine theorie: automatischer selbstschutzmodus. der gedanke, für lange zeit nicht zu hause zu sein, ist im moment vielleicht ein bisschen zu groß für mich. na man muss sich ja auch nicht überfordern... tu ich halt erstmal so, als würd ich in den urlaub fahren.

als ich vorhin so allein im zug saß, den kopf am verregneten fenster, da kam ein lied, das ich schon ganz lange nicht mehr gehört hab... eigentlich war das eins von unseren sri lanka liedern im letzten jahr, aber heute war's wie ein schlag ins gesicht. 3 minuten und 52 sekunden lang war ich sprachlos und wirklich traurig. wurde aber eigentlich auch mal zeit, nach all den tapferen abschieden. und danach war's irgendwie besser...



tatsächlich freu ich mich aber auch. endlich gehts los, mein abenteuer! nur jetzt gerade denk ich so - hä? haste nich grad noch deine bachelorarbeit geschrieben? und warum denn eigentlich gerade jetzt, wo alles so prima läuft? die letzten wochen vergingen doch ganz schön schnell... deswegen bin ich froh, dass ich hier noch ne nacht allein aufm ponyhof hab. vielleicht find ich ja meinen kopf wieder heute nacht und kann mich dann in klaren gedanken darauf einstellen, was morgen auf mich wartet.
um 12 geht mein flieger, liebe freunde. nach deutscher zeit bin ich 18:30 im oman und flieg dann 22:30 weiter nach sri lanka, wo ich halb 3 am montag morgen ankomme. dann schnapp ich mir sam, der dann schon fast ne stunde auf mich wartet, und zusammen gehts auf zum bahnhof und mit dem zug in richtung süden. als allererstes wollen wir kurz allen in aluthgama hallo sagen, baby angucken und sachen abschmeißen - und dann ist erstmal ein paar tage urlaub angesagt! die bahnstrecke nach süden geht direkt am meer lang. in den zügen gibt es ja weder fenster noch türen, also haben wir uns immer in die türrahmen gesetzt und uns die meerluft um die ohren wirbeln lassen... und wenn ich daran denke, dann kann ich's eigentlich nicht erwarten!

ihr lieben, ich melde mich. ihr seid alle mit dabei, fest versprochen! bis ganz bald...

ronny kunkel!


was alles in so nen rucksack passt...

abschiedskommando

    
mein neuer freund