Dienstag, 22. November 2011

so freunde der sonne, letzte meldung aus laos...
wie angekündigt ging es von der hauptstadt vientiane ins tubing-paradies vang vieng. bis vor wenigen jahren war dieser ort wohl ein verschlafenes kleines dörfchen, heute erinnert es eher an  party-hochburgen wie ibiza oder lloret de mar. weiße touris laufen in bademontur durch die straßen und sind schon morgens um 10 völlig breit, und an jeder straßenecke gibt es bars und restaurants, in denen den ganzen tag folgen von friends oder family guy hoch und runter dudeln. grund für die veränderung: entlang der tubing-strecke haben bars eröffnet, die mit verschiedenen lustigen attraktionen und ner ganzen menge alkohol immer mehr backpacker anlocken. so auch uns. nachdem wir die busfahrt dorthin ohne nennenswerte ereignisse überstanden und uns ein schniekes gästehaus mit eigener terasse gesucht hatten...


... haben wir den rest des tages damit verbracht, uns über die stinkbesoffene partygang lustig zu machen, die halbnackt und bemalt wie regina regenbogen auf de bordsteinkante wankte. das wirkt schon ganz schön befremdlich in einem land wie laos, in dem die einheimischen auf nummer sicher gehen und lieber noch nen pulli extra anziehen, damit sie bloß nicht zu viel haut zeigen. das wort fremdscham hat in diesen tagen eine völlig neue dimension angenommen...
aber auch wir wollten uns den spaß nicht entgehen lassen und so haben wir uns am dienstag zwei tubingreifen ausgeliehen und uns per tuk tuk, zusammen mit vier russen, die bereits drei achte aufm kessel hatten, drei kilometer flussaufwärts zum startpunkt kutschen lassen. schon da gab es die ersten kostenlosen kurzen, eine sehr grobgefasste bedienungsanleitung für die reifen und schwupps, ab ging die post. wir waren noch gar nicht ganz rum um die erste kurve, da hat man uns schon nen rettungsreifen zugeworfen und in die erste bar gezogen. und wieder gab's kostenlose kurze... allmählich dämmerte uns, warum die da alle so hacke waren! man kann ja gar nicht anders! überall gab es lustige musik, luftballons, graffiti-tattoos und so sachen wie riesenrutschen und sprungtürme. und da einem alle zwanzig meter ein rettungsring an den kopf geworfen wurde, kann man für die drei kilometer zurück ins dorf schon mal den ganzen tag brauchen. wir hatten einen riesenspaß!


obwohl wir uns zeit gelassen haben ohne ende, sind wir schon nach drei stunden an der letzten bar angekommen. na gut, dachten wir, ist ja nicht mehr weit, jetzt könnten wir uns ja mal ein kleines eimerchen gönnen...
 zwei stunden später sah die sache so aus:

als die sonne dann langsam hinter den kalksteinfelsen verschwand, ist uns eingefallen, dass wir langsam mal den heimweg antreten sollten. denn wer bis 18 uhr nicht zurück ist, kriegt nur die hälfte vom pfandgeld wieder. dass es von der letzten bar bis zum ziel aber nochmal ne gute stunde dauert, hätte uns ja mal jemand sagen können. wir haben alles gegeben, aber es wurde immer dunkler und kälter... irgendwann hat uns jemand zusammen mit ein paar anderen bibbernden bummelletzten aus dem fluss gefischt, in ein tuk tuk verfrachtet und zurück ins dorf gebracht. 18:07 uhr standen wir in der schlange, um die reifen abzugeben, zwischen all den anderen deppen, die's verkackt haben mit der zeit...
obwohl wir auf eine fortsetzung in einer der im dorf ansässigen bars verzichtet haben, ging es uns am tag danach nicht besonders blendend. also haben wir beschlossen so zu tun, als wär ein typischer sonntag zu hause, uns in bequeme klamotten geschwungen und den ganzen tag nichts anderes gemacht, als auf nem berg von kissen zu liegen und friends zu gucken.


acht stunden lang, ohne pause. ich hätte bedenken sollen, wie anfällig ich auf serien reagiere. natürlich bin ich innerhalb von kürzester zeit süchtig geworden und leide nun unter entzugserscheinungen. man dreht ja auch ein bisschen durch und denkt irgendwann, man gehört dazu. ich bin ja auch nach drei folgen grey's anatomy am stück fest davon überzeugt, dass ich akute medizinische problemfälle wie herzstillstand oder versehentlich abgetrennte gliedmaßen kompetent beheben kann. geht das vielleicht noch jemandem so oder bin ich verrückt?

wie dem auch sei. da wir ja flugbedingt noch viel zeit hatten, haben wir donnerstag noch ein bisschen rumgedödelt und in aller ruhe die gegend erkundet. über wacklige holzbrücken ging es von insel zu insel, durch kleine dörfer und immer vorbei an den riesigen bergen.


freitag haben wir uns dann auf die socken in richtung laotische endstation gemacht: luang prabang. da wir schon davor gewarnt worden sind, die strecke im minivan zurück zu legen, haben wir uns für einen vip bus entschieden, der die strecke von 100 kilometern in ganzen acht stunden geschafft hat. unglaublich oder? schuld daran waren gleichermaßen unzählige kurven und schlaglöcher. die plastiktüten, die zu beginn der reise kommentarlos an alle passagiere verteilt wurden, hatten also durchaus ihre berechtigung... zumindest war die landschaft ganz nett!
 
in luanag prabang angekommen, war es schon dunkel. geschlagene zwei stunden haben wir damit verbracht, mit sack und pack durch die gegend zu irren und ein bezahlbares gästehaus zu finden. nichts zu machen, alles viel zu teuer. irgendwann haben wir aufgegeben und eine unterkunft weit über unseren vorstellungen genommen, nur um da fix und alle sofort ins bett zu fallen. gleich ganz früh am nächsten morgen haben wir unsere suche wieder aufgenommen. ausschlafen war eh nicht drin, überall wird hier neu- oder angebaut, und arbeitsbeginn ist um offenbar mit dem ersten hahnenschrei. in dem moment, in dem ich den fuß vor die tür gesetzt hab, dacht ich allerdings, ich hätte die tür zum nordpol geöffnet! heiliger bimbam, es war arschkalt! also schnell wieder rein und alles übereinander gezogen, was ich finden konnte. hab ja nicht mal mehr nen vernünftigen pulli mit an bord. und dann ging's weiter... straße hoch, straße runter... eine stunde später wurden wir fündig. ganz hinten versteckt in einer kleinen gasse lag ein gästehaus, das wir für vier euro pro nacht runterhandeln konnten. es gibt zwar kein bett, sondern nur matratzen auf dem boden, und ein eigenes bad haben wir auch nicht, aber dafür sind wir zentral und haben nen eigenen balkon. man muss halt prioritäten setzen...


von da aus konnten wir dann endlich erkundungstouren durch die stadt starten, und was soll ich euch sagen... es ist unglaublich schön. weil mein lonely planet das so treffen formuliert, klau ich das mal ganz ungeniert (es reimt sich!!): "manche orte bleiben einem noch lange nach dem besuch in erinnerung. diese an den mekong grenzende und von der unesco als weltkulturerbe geschützte halbinsel mit schimmernden tempeln sowie zerbröckelnden französischen villen gehört ohne zweifel dazu. sie ist ein muss für liebhaber buddhistischer architektur, shoppingbegeisterte und gourmets. kurz gesagt: luang prabang ist ein sinnlicher cocktail mit einer überaus reichen geschichte."
also machen wir es uns hier so richtig schön gemütlich, gehen viel spazieren, bewundern die vielen alten tempel, beobachten je nach laune mönche oder die zahllosen touris (überwiegend ältere generation), sitzen in eiscafé's oder gucken uns abends auf dachböden von buch- oder schmuckläden filme an. am sonntag haben wir uns mit hannah und richard zum essen getroffen. das war wieder schön! da hier die sperrstunde um 23:30 uhr aber (warum auch immer) strikt eingehalten wird, hatten wir nicht mehr viel gelegenheit, auch noch was trinken zu gehen... allerdings haben wir festgestellt, dass wir etwa zur gleichen zeit in neuseeland sein werden und das hat die stimmung kurz vorm abschied dann nochmal ordentlich aufgehellt!
außerdem haben wir in den letzten tagen noch ein bisschen was über die kultur gelernt: in laos gibt es kein wort für 'deins' oder 'meins'. das lüftet auch endlich das rätsel, warum wir unser essen in restaurants nie zur gleichen zeit kriegen. man teilt eben, und es gehört sich nicht, etwas für sich alleine zu beanspruchen. es gibt auch kein wort für eine individuelle person, weil eh alle gleich sind. ich frage mich, wie diese sprache funktioniert und versuch das immer mal durchzuspinnen, scheitere aber relativ schnell. man mag davon halten was man will – ich find's ein bisschen merkwürdig.
luang prabang in bildern:

 
tja, und das war's jetzt also auch schon wieder von laos. die drei wochen, die wir hier verbracht haben, kommen uns viel länger vor. wir haben so viel gesehen und so viel erlebt, angefangen bei den viertausend inseln und dem authentischen dorfleben dort, über unsere motorradtour zur höhle, den entspannten tagen in der hauptstadt und dem partyleben in vang vieng, das so gar nicht zu laos passt, bis hin zum kulturellen finale hier in luang prabang. laos ist kambodscha in den meisten punkten sehr ähnlich, hat aber vor allem im norden landschaftlich mehr zu bieten. diese kalksteinfelsen können einen schon umhauen.
wer ähnliche vorstellungen von urlaub hat wie ich, kann in laos ein perfektes reiseziel finden. einziges manko: es gibt kein meer. aber davon kriegen wir ja in den nächsten wochen wieder mehr als genug! in vietnam werden wir von norden nach süden hauptsächlich an der küste entlang reisen und am 22. dezember geht es von ho-chi-minh-stadt mit dem flieger nach südthailand, wo wir dann weihnachten tatsächlich ganz angebermäßig auf koh samui verbringen werden. (wer schon mal ein auge schrauben will: http://www.akwaguesthouse.com/)
jetzt freu ich mich aber erstmal wie ein schneekönig auf vietnam. und auf alles, was dann kommt. morgen nachmittag geht unser flieger nach hanoi. da bleiben wir bis sonntag oder montag und dann düsen wir zur ha-long-bucht, wo wir mit sicherheit einige tage zwischen diversen inseln hin und her schippern werden. jippi!

ihr lieben, ich drück euch ganz fest! trinkt den ein oder anderen glühwein für mich mit, wenn ihr auf weihnachtsmärkten herumschlendert... alles liebe und bis ganz bald!

Sonntag, 13. November 2011

vientiane

und schon wieder eine woche rum, in der wir uns hunderte von kilometern vom südlichsten zipfel in laos bis in die hauptstadt vorgekämpft haben. das nächste große ziel nach den inseln war wie erwähnt die kong lo höhle im zentralland. leider ist es nicht möglich, eine strecke von 400 kilometern an einem tag zu schaffen und so mussten wir einen kleinen zwischenstop einlegen... zuerst hat uns aber montag früh ein kleines boot abgeholt und zurück aufs festland gebracht, wo unser bus dann zwar schnell kam, aber nicht abfahren konnte, da alle sitze doppelt belegt waren. es hat ganze zwei stunden gedauert, bis sich ein weiterer bus finden ließ und das ganze säuberlich auf dem dach gestapelte gepäck aussortiert werden konnte. nach drei stunden fahrt mussten wir umsteigen in einen größeren bus, in dem wir das absolute highlight waren, da der sonst offensichtlich nur von einheimischen genutzt wird. unterwegs haben wir ständig angehalten und leute eingeladen, die mitsamt familie und hausrat am straßenrand gewartet haben. so wurden es also nicht nur immer mehr passagiere, sondern auch zunehmend mehr fahrräder, mikrowellen und enten an bord. und immer, wenn wir es geschafft hatten, kurz einzuschlafen, stand entweder eine pinkel- und essenspause auf dem plan. da reißt einen dann der beißende geruch von verbranntem hühnchen aus dem schlaf und wenn man die augen öffnet, sieht man zum beispiel sowas hier:
das sind an bambusstäben aufgespannte hühnerhintern. jegliches aufkeimendes hungergefühl war bei diesem anblick auf der stelle verschwunden. also raus aus dem bus und ab auf die suche nach etwas wirklich essbarem. es sollte sich jedoch herausstellen, dass es nur eine alternative zu den hühnerhinternspießen gab:

und so haben wir während der 14-stündigen fahrt eben einfach mal gar nichts gegessen. kurz nach zehn sind wir dann müde und hungrig in thakeak angekommen. ein kleines nest, mal wieder mitten im nirgendwo, in dem kein mensch englisch sprechen konnte. also hat es eine weitere ewigkeit gedauert, bis wir ein tuk tuk gefunden haben, das uns für unglaubliche acht dollar in ein gästehaus chauffiert hat, das, wie wir dann feststellen sollten, nur einen halben kilometer vom busbahnhof entfernt lag. vor lauter vorfreude auf was zu essen und ausschlafen am nächsten tag konnte uns das aber so gar nicht verärgern. zwanzig minuten später waren wir schlauer: es gibt nur einen bus weiter richtung norden, der auch nur einmal täglich fährt, und zwar morgens um sieben. und was zu essen gab's dann auch nicht mehr, weil nämlich der koch schon geschlafen hat.
nach einer kurzen nacht ging's dann also am dienstag in aller frühe weiter, immer noch hungrig, mit dem minibus durch berg und tal. vor uns saß ein englisches pärchen, hannah und richard, mit denen wir irgendwie ins gespräch gekommen sind und die glücklicherweise einen ganzen beutel voller kekse dabei hatten. die beiden wollten auch zur höhle und ehe wir uns versahen, hatten wir eine kleine reisegruppe gebildet. rausgeschmissen wurden wir in ban na hin, einem winzigen dorf umgeben von riesigen kalksteinfelsen, immer noch 42 kilometer von der höhle entfernt. 
hier haben wir uns ne unterkunft für zwei nächte gesucht und sind dann endlich was essen gegangen. viel mehr konnte man da eigentlich auch nicht machen. und so waren wir vier innerhalb von sechs stunden in drei verschiedenen restaurants, haben karten gespielt und uns was vom pferd erzählt.
am mittwoch haben wir uns motorräder ausgeliehen und sind damit zur höhle gebrettert. das war vielleicht cool! die fahrt hat ziemlich genau eine stunde gedauert und war vor allem wegen der landschaft wirklich atemberaubend schön. 
am fluss konnte man dann so boote mit belegschaft mieten 
(einen fahrer und einen taschenlampenhalter), die uns direkt in die höhle gebracht haben... 
und dann war's auf einmal dunkel. meine alberne kopfleuchte hab ich nach zwei minuten wieder abgesetzt, weil es deren lichtstrahl nicht mal bis zur felswand geschafft hat. aber wir hatten ja unseren taschemlampenverantwortlichen dabei, der mit seiner angebertaschenlampe jeden stein in jeder höhe anstrahlen konnte. das ganze war schon echt beeindruckend, wenn auch gruselig von zeit zu zeit. 
einmal haben wir angehalten und mussten ein stück zu fuß laufen...
wir haben uns gefühlt wie auf dem mars. richard hat dann völlig begeistert irgendwas von stalakniten und stalaktiten erzählt. das hatte ich ja alles schon mal irgendwo gehört, und eh ich darüber nachdenken konnte, wo denn eigentlich, strömten kindheitserinnerungen von ausflügen mit meinen großeltern zu den tropfsteinhöhlen von rübeland durch meinen kopf...
nachdem wir die höhle passiert hatten, konnten wir auf der anderen seite des felsens eine kleine badepause einlegen und dann ging's die gut sieben kilometer durch die dunkelheit zurück zu unseren motorrädern.
abends saßen wir lange zusammen und haben uns reisegeschichten erzählt. dabei ist uns aufgefallen, dass das preisniveau in laos etwas durcheinander zu sein scheint, denn vor allem die preise von unterkünften und nahrungsmitteln stehen in keinem logischen verhältnis zueinander: für drei bier kriegt man nen bungalow mit flussblick; von einem abendessen mit allem drum und dran könnten wir vier nächte in unserem hostel in der hauptstadt bezahlen.
da es an diesem abend ein bisschen später wurde, haben wir uns für den neun-uhr-bus am nächsten morgen entschieden. eine zugegebenermaßen sehr gewagte entscheidung, denn es gibt nur drei busse pro tag, die in richtung hauptstadt fahren, und der um neun war der letzte. aber wir hatten glück: in dem moment, in dem wir den fuß auf die hauptstraße gesetzt hatten, kam der bus um die ecke gefegt – zwanzig minuten zu früh und proppevoll. anders als in sri lanka muss man hier in laos aber nicht stundenlang im gang stehen, bis ein sitz frei wird. hier heißt die lösung schlicht und einfach: plastikhocker.
während der bus temporeich über die serpentinen bretterte, sind wir auf unseren hockern von einer seite auf die andere geschlittert. als sich dann auch noch zwei mädchen neben uns in ihre viel zu kleinen plastiktüten übergeben haben, war der morgen perfekt. irgendwie haben wir die fahrt aber doch ganz gut rumgekriegt. sam und richard haben sich mit den einheimischen unterhalten, so gut es ging, und wir mädels haben gelesen.
in vientiane sind wir dann auf ein tuk tuk umgestiegen, in dem wir zusammengefercht mit noch drei frauen saßen. schon nach ein paar minuten war uns klar, dass wir ganz offensichtlich nicht in richtung stadtzentrum unterwegs waren. die häuser wurden immer kleiner, die straßen immer rumpeliger. und auf einmal standen wir vor einem grenzübergang nach thailand.
hier haben wir die frauen rausgeschmissen und sind dann endlich ins zentrum gefahren, wo uns der tuk-tuk-fahrer auch noch am falschen ort abgesetzt hat. eh wir deppen das aber gemerkt haben, war der schon über alle berge. also mussten wir laufen. vier kilometer, bepackt wie ein paar bergesel. zu allem übel hat es auch noch ewigkeiten gedauert, bis wir ein hotel gefunden haben. entweder war alles ausgebucht oder weit über unserer preisklasse. ein königreich für einen rollkoffer... ihr könnt euch nicht vorstellen, wie groß die freude war, als wir unsere rucksäcke dann endlich absetzen konnten! nach dieser tortur haben wir beschlossen, uns mal ordentlich was zu gönnen und sind abends schick essen gegangen, in einer der zehn besten bars in indochina. und obwohl wir alle ganz schön durchgehangen haben, hatten wir letztlich wieder einen tollen abend. ist es nicht komisch, dass ich gerade noch davon gesprochen habe, wie oberflächlich die reisebekanntschaften immer sind? und dann treffen wir schon am nächsten tag auf die beiden und es passt wie arsch auf eimer... wenn die zwei dann allerdings anfangen, mit ihrem newcastle-akzent ganz schnell zu reden, bin ich raus. anstatt aber mal nachzufragen, nicke ich an passenden stellen ganz feierlich und frag sam dann später, worum es eigentlich ging. generell wär es ganz cool, bald mal wieder ein paar leute zu treffen, mit denen ich deutsch sprechen kann. langsam träum ich schon auf englisch!
wie auch immer. freitag haben wir vientiane ausgiebig erkundet und für toll befunden. es ist nur schwer zu übersehen, dass laos mal eine französische kolonie war. die straßen haben französische namen, es gibt französische restaurants und die haben hier sogar einen eigenen kleinen triumphbogen! an manchen orten fühlt man sich eher wie in einem ruhigem pariser stadtviertel als in der hauptstadt eines der ärmsten länder der welt. 
opem-air-fitness-studio im stadtpark
fluss war grad aus
unser hotel

am freitagnachmittag haben wir uns auch mal wieder ins abenteuer friseurbesuch gestürzt. nach dem fiasko in bangkok konnte es ja eigentlich nur besser werden. sams begeisterung hielt sich allerdings schon in grenzen, als ihm sein kopf von nem laotischen ladyboy auffallend lange gewaschen und dann sehr intensiv massiert wurde. als die trulla dann auch noch mit ihrem rasiermesser abgerutscht ist und ihm ne schramme verpasst hat, hat es dann wieder gereicht. beim nächsten mal mach ich das mit ner nagelschere.


unsere stimmung sollte sich jedoch im handumdrehen wieder aufhellen, denn nur ein paar schritte von unserem hotel entfernt haben wir ein download-café gefunden, dass mit einem daumendicken musik- und filmekatalog quasi nur auf uns gewartet hat. hier konnten wir unsere mp3-player nach fast drei monaten mit neuer musik beladen und meine grey's-anatomy-sammlung um die fehlenden staffeln 4 und 5 erweitern, sodass ich vorm einschlafen jetzt endlich wieder mc dreamy anschmachten kann. das ganze war zwar nicht ganz billig, aber happy waren wir trotzdem. außerdem betrachten wir die sache als vorgezogenes weihnachtsgeschenk.
abends haben wir uns mit unseren neuen lieblingsfreunden beim inder getroffen und waren dann, zum ersten mal seit wir sri lanka verlassen haben, absolut vollgefuttert und gleichzeitig selig, weil es so unglaublich lecker war. 

auf der anschließenden suche nach ner schnieken bar sind wir in einem strudel von menschen geraten – ganze familien, behangen mit blumen und obst und lichterketten – die zu einem tempel gepilgert sind. je näher wir dem tempel kamen, desto deutlicher konnten wir trommeln und gesänge hören. und schwuppdiwupps, fanden wir uns in einem meer aus tausenden von kerzen wieder. wie sich herausstellte, war dies das lichterfest, das jeweils zum vollmond im november stattfindet. wir glücksschweine haben uns gefühlt wie kleine kinder im disneyland, inmitten dieser tausend menschen, die singend und tanzend ihren buddha gefeiert haben. vielleicht ist es aus der ferne schwer zu verstehen, aber es sind genau solche momente, die einen für all die beschwerlichen reisetage entschädigen.

gestern sind hannah und richard weiter richtung norden gezogen. sam und ich wollten allerdings noch ein bisschen mehr zeit, um vientiane zu erkunden. heimlich glaub ich, dass diese entscheidung in wahrheit auf der stillen übereinkunft beruht, uns nicht alle zwei bis drei tage in einen bus zu froppen. hinzu kommt, dass wir unsere flüge nach hanoi erst für den 23. november buchen konnten, also können wir ab jetzt ein bisschen trödeln... als nächster und letzter stop in laos war luang prabang geplant, eine der wohl schönsten städte in ganz südostasien. da wir jetzt aber massig zeit haben, werden wir zwar morgen aufbrechen, allerdings noch einen zwischenstop in einem dorf auf mitte der strecke einlegen, um die seele baumeln zu lassen und endlich auch mal zu tuben.

hui, das war jetzt aber ganz schön viel. und bevor ich nun endlich zum ende komme, gibt es noch schnell planänderungen zu verkünden: es sieht so aus, als würden wir weihnachten und silvester doch nicht in südvietnam verbringen, sondern auf den thailändischen inseln. wir sind generell ein bisschen zu schnell, wie wir neulich festgestellt haben. und komischerweise sind direkt vor weihnachten die flüge günstig. also haben wir über dreißig unterkünfte auf ko samui angeschrieben und hoffen nun auf ein freies zimmer, damit wir alles dingfest machen können.
außerdem nimmt die idee, noch nen abstecher nach neuseeland zu machen, damit immer mehr form an. sam will ja eh hin und auch da bleiben. vielleicht flieg ich also noch mit, bleib sechs bis acht wochen und komm dann wieder, wenn da der winter und in deutschland der sommer einkehrt. wenn wir weihnachten und silvester organisiert haben, werd ich mich mal ein bisschen intensiver um diese geschichte kümmern und dann hoffentlich bald mit nem plan um die ecke kommen...

so, jetzt dampfen die finger und sam guckt auch schon ganz gnatzig, weil es schon wieder so spät ist und wir noch packen müssen und auch noch nichts gegessen haben. ich meld mich bestimmt nochmal, bevor wir in vietnam einrücken. also bis bald ihr lieben... 
fühlt euch gedrückt!