einen schönen guten abend aus bangkok, verehrte damen und herren.
es geht uns endlich wieder besser! gestern früh haben wir beschlossen, uns doch mal durchchecken zu lassen. allerdings hat schon eine kurze recherche ergeben, dass man lieber nicht zu den kleinen privatpraxen, sondern lieber in empfohlene krankenhäuser gehen sollte. na gut, also mit dem tuk tuk ab ins krankenhaus – das modernste und sauberste krankenhaus, das ich jemals gesehen habe, echt jetzt. als wir da also beide staunend durch die riesige eingangstür flannieren, kommt der empfangschef schon ganz aufgeregt auf uns zustratzt. was auch immer ihn dazu veranlasst hat – er nahm wohl an, wir würden jeden moment tot umfallen. auch nachdem wir ihm erklärt haben, das wir eigentlich nur ein paar magenprobleme haben, ließ er sich nicht beruhigen und rief verstärkung. ich musst ja schon lachen, weil der ganze zirkus ein bisschen übertrieben war. und dann kamen die doch tatsächlich mit nem rollstuhl um die ecke, haben sich den sam geschnappt und ihn ohne jegliche vorwanung da rein geschuppst. der hat noch versucht sich mit händen und füßen zu wehren, aber die männlichen krankenschwestern ließen sich davon nicht beeindruckent. der anblick davon, wie sam völlig perplex durch diese riesige empfangshalle geschoben wurde, war mit abstand das lustigste, was ich jemals gesehen habe. selbst jetzt muss ich noch tränen lachen, wenn ich nur dran denke.
zwei stunden später dann die diagnose: parasiten im magen. klasse. also gab's ne schicke papptüte voller tabletten und schon durften wir wieder abtreten. diesmal zu fuß.
den nachmittag haben wir damit verbracht uns zu verlaufen. es kann hier erstaunlicherweise auch wirklich niemand englisch, sodass man sich nur mit händen und füßen verständigen kann. leider findet die hand-und-fuß-kommunikation bei fragen nach dem weg zurück ins hotel ihre grenzen. die verstehen hier nicht mal englische straßennahmen und können auch die stadtpläne nicht lesen. irgendwie haben wir's dann aber doch geschafft, zumindest zurück zum fluss zu finden, von wo aus wir mit ner kleinen fähre noch ein bisschen richtig süden geschippert sind. dummerweise haben sie uns dann ohne ein wort mitten in chinatown abgesetzt. das kam dann doch etwas überraschend. laut, bunt, dreckig und überall menschen- und automassen so weit man blicken konnte. heiliger bimbam, bloß weg hier! in windeseile sind wir ins nächste taxi gestürzt und konnten auch erst wieder richtig atmen, als wir aus dem viertel wieder raus waren. zu fuß ging's dann weiter auf erkundungstour, bis wir plötzlich inmitten eines riesigen blumenmarktes standen. einen kilometer lang nichts als blumen und obst! bangkok steckt offensichtlich voller überraschungen... am abend haben wir uns ganz vorsichtig schon mal an thailändisches essen gewagt, in nem tollen restaurant direkt am fluss, wo wir dann gewitterbedingt auch noch einige stunden tee trinkend und karten spielend verbracht haben.
| unser hotel auch mal von außen |
| leider das einzige bild vom krankenhaus |
| souvenirs |
| chinatown |
heute früh sind wir nach dem frühstück zur khao san geschlendert, um ne kleine shoppingtour zu starten. es gibt wirklich alles da und das handeln scheint ganz gut zu klappen, auch wenn wir noch keinen schimmer haben, ab wann wir es mit fairen preisen zu tun haben. wir freuen uns trotzdem über nen rucksack voller neuer klamotten und überlegen schon, wann wir die nächsten pakete mit aussortiertem zeug nach hause schicken... nach dem mittag haben wir uns auf den weg zur vietnamesischen botschaft gemacht, um endlich unser visum zu beantragen. zuerst ging es mit dem boot ne halbe stunde flussabwärts (in diesen fluss wird übrigens das abwasser geleitet – über erfrischende wasserspritzer von links und rechts freut sich hier also keiner so richtig)...
| shopping!! |
dann sind wir umgestiegen in den ersten sky train unseres lebens. fetzt. nochmal umsteigen in die zweite linie, klappt alles wunderbar. der himmelszug sieht eigentlich genauso aus wie ne berliner u-bahn, fährt aber eben äußerst überirdisch durch bangkoks moderne viertel.
| ich hab grad die gelbe linie übertreten... |
| skytrain von innen |
| umsteigen |
| skytrainstrecke |
zwanzig minuten später waren wir am ziel, hatten aber sieben verschiedene ausgänge aus der station zur auswahl. wir haben uns für tor 3 entschieden und standen auf einmal in nem silberfunkelnden fahrstuhl. das kam uns ja schon ein bisschen komisch vor. als die tür im erdgeschoss wieder aufging, befanden wir uns inmitten einer riesigen lobby, die komplett in weiß gehüllt und voller wichtiger menschen mit walkie talkies war. vier meter neben uns hat ein orchester gespielt, während auf der bühne ne flotte biene im minirock 'i will survive' geträllert hat. offensichtlich sind wir mitten in die generalprobe von irgendwas geplatzt. so richtig gestört hat das aber keinen, ganz im gegenteil, es hat uns überhaupt keiner beachtet. dabei müssen wir in unseren touri-outfits zwischen all den hackenschuhen und anzügen schon etwas aufgefallen sein.
naja, wir haben dann erstmal zugesehen, dass wir land gewinnen und die botschaft erreichen, bevor die ihre schotten dicht machen. eine stunde später und hundert (!) euro ärmer haben wir die botschaft wieder verlassen. wir haben uns für ein drei-monats-visum mit mehrmaliger einreise entschieden, weil wir sonst den exakten einreisetag hätten angeben müssen. und den wissen wir ja nunmal nicht.
natürlich konnten wir der versuchung nicht widerstehen, den gleichen weg hoch zum sky train zu nehmen, auf dem wir auch gekommen sind. also haben wir uns zurück in diesen supermodernen wolkenkratzer geschummelt, vorbei an der immer noch singenden tante zu den fahrstühlen. na und wo wir schon mal da waren, konnten wir uns ja auch mal ein paar etagen ansehen... was auch immer das für ein haus war, ein hotel war es nicht. büros vielleicht. wie selbstverständlich haben wir alle ganz freundlich gegrüßt, die uns über den weg gelaufen sind, immer gefasst auf den überfälligen anranzer und/oder rausschmiss. aber es hat wirklich keiner was gesagt. na jedenfalls haben wir im zehnten stock die dachterrasse gefunden... geilomat! es ging noch viel, viel höher aber für die anderen fahrstühle musste man sich mit seinem fingerdruck ausweisen. mist. spaß vorbei, zurück in den sky train, endstation national stadium. von da aus mit dem tuk tuk durch die rush hour zum hotel. und hier sitzen wir nun, erschöpft aber glücklich. wie jeden abend.
morgen düsen wir nochmal zum siam square, das herz vom modernen bangkok, wo am wochenende auch die fashion week für kinder startet. morgen abend wollen wir auf das zweithöchste gebäude in bangkok. und uns mal die ganzen vielen lichter anschauen. und für sonntag haben wir geplant, auf nem kleinen boot durch die schwimmenden märkte auf kleinen kanälen zu fahren...
unser hotel haben wir übrigens erstmal bis zum 10. oktober verlängert, und dann sehen wir weiter. so. und jetzt haben wir hunger! ich hoffe es geht euch allen gut und drück euch aus der großen stadt! bis ganz bald allemann, oder wie mein zukünftiger ehemann matthias schweighöfer sagen würde: tschüssikowski!
achso. eine sache noch. die übergabe der schuluniformen und schuhe an das waisenhaus in sri lanka hat am montag natürlich trotzdem stattgefunden. die kinder waren überglücklich und sahen wohl wunderschön aus in ihren neuen sachen. leider gibt es kein foto davon. nur diese hier:
mein herz blutet ein bisschen, weil ich mich weder von den mädchen verabschieden noch die ganze aktion bis zum schluss begleiten konnte. das ändert jedoch nichts an der tatsache, dass wir da was ganz tolles auf die beine gestellt haben. es waren auch noch 7.000 rupies übrig, ungefähr 45 euro, die ich der heimleiterin für den neuen cd-spieler gegeben habe, den sich die mäuschen noch gewünscht haben... also nochmal einen abschließenden und riesigen dank an alle, die gespendet haben!