Mittwoch, 28. September 2011

one night in bangkok

tag eins in der großen stadt ist schon vorbei. wir sind erschöpft und happy. bangkok ist einfach wunderbar!

aber von vorne... die flüge waren ok. gestern früh hatten wir zwar ganz schön mit fieber zu kämpfen, aber das ließ glücklicherweise nach, als wir im flieger saßen. und das erste flugzeug war so leer, dass jeder ne ganze sitzbank für sich hatte. also sind wir kurz nach dem start eingeschlafen und auch erst vier stunden später, kurz vor der landung, wieder aufgewacht.

wir morgens um 4 aufm flughafen
unsere handgeschriebenen boarding pässe
ein flugzeug nur für uns
und dann waren wir in kuala lumpur. ein bisschen durchgefroren zwar (die klimaanlage im flieger war wohl auf minus acht grad gestellt und decken waren leider gerade aus), aber happy, dass wir die hälfte schon rum hatten. wir mussten allerdings komplett raus aus dem flughafen, also gepäck und visum abholen, nur um dann auf der anderen seite wieder einzuchecken. keine ahnung warum. wenigstens konnten wir bei der gelegenheit unsere handtücher aus den rucksäcken fischen, um sie als decke im nächsten flieger zu benutzen.
nach vier stunden wartezeit ging's dann auch endlich weiter nach bangkok. diesmal war's zwar voller im flieger, aber dank unserer umfunktionierten handtücher auch um einiges wärmer. außerdem wurden wir mit nem tollen sonnenuntergang über den wolken entschädigt.


im landeanflug hatten wir ne tolle sicht auf bangkok und all seine lichter. sah ungefähr so aus, nur schöner:
anderthalb stunden nach der landung konnten wir dann auch endlich das flughafengebäude verlassen. wir hatten noch ein bisschen trubel mit unserem visum, haben letztendlich aber doch nen zettel mit stempel in den reisepass gedrückt gekriegt. der blödi von der passstelle musste den ausgerechnet auf mein sri lankanisches 3-monats-visum vom letzten jahr tackern. waren ja nur noch 18 andere seiten frei... wenn ich hier nen tacker finde, fummele ich das da wieder ab und pack's woanders hin. na jedenfalls war es auch gar nicht so einfach, auf diesem riesigen flughafen den ausgang zu finden... das hat schon auch noch ne weile gedauert.


im taxi ging's dann wie geplant vom flughafen ins hotel. mit großen augen haben wir an den fensterscheiben geklebt und alles ganz genau unter die lupe genommen. abgesehen davon, dass ich mich gefühlt hab, als würd ich schon wieder in nem kühlschrank sitzen, war alles total aufregend. auf den ersten blick sah bangkok aus wie cairo. nur moderner mit all den riesigen, in allen farben leuchtenden hochhäusern.
unser hotel fanden wir gleich klasse. es liegt in einer ruhigen seitenstraße, ist eigentlich voll die absteige, aber hat halt viel charme. wie wir gleich gestern abend noch herausgefunden haben, läuft man keine fünf minuten bis zur hauptstraße, auf der ab um zehn aber erstaunlich wenig los ist.
in ner kleinen bar an einem großem kreisverkehr haben wir noch schnell was gegessen und sind dann kurze zeit später auch halbtot ins bett gefallen.
unser neues heim:

heute früh war ausschlafen angesagt. wir haben uns vorgenommen, es hier ganz ruhig angehen zu lassen. ganz oben auf der liste steht, dass wir erstmal wieder richtig gesund werden. und selbst wenn wir es erst anfang nächster woche zu den botschaften schaffen... ist doch egal, wir haben ja keinen zeitdruck.

unser erstes ziel war dann die khao san road, zu der wir zu fuß etwa zehn minuten gelaufen sind. was für ein shopping-paradies! es hat total spaß gemacht, da rauf und runter zu schlendern. ich hab's mir viel lauter und viel hektischer vorgestellt, allerdings auch etwas billiger... die preise hier sind fast wie die europäischen. da müssen wir ganz schön aufpassen, weil die umrechnung von sri lanka noch in unseren köpfen festsitzt. aber nu ist der gegenwert zu nem euro nicht mehr 150, sondern 44. also denken wir zuerst immer 'coolio, voll billig, los pack ein!', und dann: 'ach nee, doch nich.'
natürlich haben wir trotzdem ein bisschen zugeschlagen...

 

danach sind wir runter zum fluss spaziert, weil wir eigentlich ne runde hin und her schippern wollten (boote gehören hier genau wie busse zum öffentlichen nahverkehr). ausgerechnet heute wurde allerdings für ne große schiffsparade geprobt, die im oktober mit dem könig stattfinden soll. also war der fluss gesperrt. war aber cool, da zuzugucken. sieht man ja auch nicht alle tage.


nachdem die etwa 40 boote außer sichtweite waren, sind wir ein paar kilometer am ufer entlang spaziert und haben unterwegs noch eine touristeninformation gefunden, in der wir uns mit massenhaft flyern und stadtplänen eingedeckt haben. diese haben wir beim sonnenuntergang in ner schieken bar am fluss genauestens inspiziert und nach hilfreich und überflüssig sortiert. 


fazit: es gibt unglaublich viel zu sehen. aber wir haben noch keinen genauen plan. vielleicht machen wir thementage, zum beispiel heute tempel, morgen museen, übermorgen schwimmende märkte. oder wir nehmen uns die einzelnen stadtviertel nacheinander vor. oder wir machen einfach immer das, worauf wir gerade lust haben. wissen wir noch nicht.
unser ziel für morgen ist es erstmal, alle öffentlichen nahverkehrsmittel zu testen. wir wollen mit dem boot in richtung süden, bis wir auf höhe eines bahnhofs sind. von da aus geht's mit der metro in richtung schicki-micki-viertel und dann mit nem skytrain weiter in richtung vietnamesische botschaft. auf dem rückweg bauen wir ein bisschen bus mit ein und dann auch nochmal ganz viel boot. ob wir diesen plan umsetzen, entscheiden wir morgen früh. mir geht's zwar schon wieder ganz gut, aber sam hat immer noch regelmäßig mit fieberschüben zu kämpfen. wenn das morgen nicht weg ist, gehen wir zum arzt.

zusammenfassend kann ich nach dem ersten tag in bangkok folgendes sagen:
wir lieben es hier. man merkt zwar, dass man in einer äußerst großen großstadt ist, fühlt sich aber weder eingeengt noch verloren. ich hatte viel mehr gewusel und hektik erwartet. die leute sind eher reserviert bis unfreundlich, was uns vielleicht aber auch nur so vorkommen mag, weil wir noch an das sri lankanische dauerlächeln gewöhnt sind. dafür ist es hier um einiges moderner. bangkok hat so viel mehr energie als beispielsweise colombo, die jugend ist total modebewusst und alle scheinen irgendwie freier von ihren traditionen. alle kulturen und generationen treffen hier zusammen, und alle leben sie selbstverständlich miteinander. junge frauen präsentieren trotz ihres glaubens stolz ihre knie und schultern in schicken minikleidern, während sie mit dem iphone am ohr die hauptstraße hoch stolzieren; in den nebengassen kochen muslimische frauen am offenen feuer das mittagessen für ihre fünf kinder; australische möchtegern-cowboys sitzen in der prallen sonne und kippen sich einen hinter; alte männer versuchen verzweifelt mit hilfe von kuhglocken auf sich und ihre lotterielose aufmerksam zu machen; backpacker steigen aus dem taxi, hieven sich ihre viel zu großen rucksäcke auf den buckel und bahnen sich ihren weg zur khao san...
am meisten gefällt mir dabei die anonymität, die dabei für uns rausspringt. keiner starrt oder tatscht uns an, weil wir weiß sind. es interressiert überhaupt keinen, dass es uns überhaupt gibt. das find ich klasse. wir gehen völlig unter in der masse und können ganz entspannt einfach nur beobachten.

1 Kommentar:

  1. ... die märkte sehen toll aus. und zum letzten blog wegen dem "bienenmann": siehst du, deine frisur steht dir (:
    ich wünsch dir gaaaanz viel spaß in bangok und genießt einfach das leben.
    ach willi, ich beneid` dich so ...
    ganz liebe grüße aus dem so langweiligem halberstadt!
    ... aber hey, in zwei wochen gehts schon nach armenien. heute hab ich schon meinen reisepass zurückbekommen mit einem armenischen visum, toll oda?

    es drückt dich ganz lieb
    die carmiii

    ps.: bei "wo ich gerade bin ..." musst du noch bangok ergänzen (;

    ;***

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