Sonntag, 9. Oktober 2011

von tanzenden seelöwen in den himmel und zurück durch die zeit

schon wieder eine woche rum. aber als entschädigung für die lange pause gibt's heute besonders viele fotos...
nach meiner letzten meldung ging's erstmal tierisch weiter. am sonntag waren wir auf einer schlangenfarm (die zweitälteste der welt, hat man uns ganz stolz erzählt), die auch zu medizinischen forschungszwecken genutzt wird. nachdem wir uns ein bisschen umgeschaut hatten, haben uns ein paar leute vom roten kreuz die schlangen persönlich vorgestellt, was schließlich mit einer burmesischen python auf meiner schulter endete. zuerst hat sich ja nur sam getraut, der war da voll scharf drauf. und dann war ich so neidisch auf ihn und sein cooles poser-foto. also hab ich meinen ganzen mut zusammen gekratzt und mir beherzt die schlange geschnappt. der plan mit dem poser-foto ist wegen überhöhtem adrenalinausschuss zwar nicht ganz aufgegangen, aber cool war's trotzdem!

und am montag waren wir im safari park! das ganze war ne mischung aus leipziger zoo, serengethi park und ganz vielen shows – na das war ja was für mich! sachen wie orang utans im boxring oder elefanten in frauenkostümen haben wir uns erspart, aber die seelöwen und delfine waren toll! und als besonderes schmankerl gab's auch noch die thailändische version von james bond. das war zwar eigentlich ganz furchtbar und verstanden haben wir ja auch nichts, aber der unterhaltungsfaktor blieb dank unzähliger explosionen und brennender stuntmenschen gleichbleibend hoch.


der rest der woche verlief dann eher unspektakulär. neben sightseeing und shopping haben wir die meiste zeit damit verbracht, botschaften zu finden und visa-stempel im reisepass zu sammeln.
so sehr wir bangkok auch mögen, es ist einfach unmöglich, sich hier gezielt vorwärts zu bewegen. das liegt zum einen an der erwähnten problematik rund um die mangelnden orts- und englischkenntnisse der hiesigen taxi- und tuk tuk fahrer; und zum zweiten an den abgefahrenen stadtplänen. die sehen nämlich alle anders aus – und damit meine ich nicht die farbliche gestaltung! entfernungen lassen sich wegen utopischer und innerhalb eines stadtplans variierender maßstäbe äußerst schwer einschätzen. zwar geht davon die welt nicht unter, aber die planung leidet eben doch etwas. so mussten wir zum beispiel den weg zur botschaft von kambodscha gleich zwei mal antreten, weil sich die 300 meter zwischen metro und botschaft auf dem stadtplan als fast halbstündige taxifahrt herausstellten und die kambodschaner offensichtlich große fans vom pünktlichen feierabend sind.

ein weiteres highlight in dieser woche war der baiyoke tower, der höchste turm thailands. nun ist meine höhenangst ja vielleicht dem ein oder anderen bekannt... und trotzdem hab ich mich überreden lassen, den weg ins 83. stockwerk anzutreten und bangkok von oben zu bewundern. klingt ja auch erstmal ganz schön, so ne aussicht. oben angekommen hab ich die sache allerdings wieder ein bisschen anders gesehen und wie ein magnet an der hauswand geklebt. weil es von da aus dummerweise nur wenig häuser aber viel horizont zu sehen gab, hab ich mich ganz wagemutig nach vorne zum rand der aussichtsplattform gehangelt. gar nicht so schlimm, dacht ich mir. und die sicht ist schon wirklich klasse... und dann ruckelt auf einmal alles. jetzt kippt der turm um! ich hab's ja gesagt, sowas kann doch passieren!!
vielleicht kann sich ja noch jemand daran erinnern, wie sailor moon früher die tränen im 90°-winkel aus dem gesicht geschossen sind. bei mir muss das ganz ähnlich ausgesehen haben. schnell hab ich aber mitgekriegt, dass außer mir so gar keiner in panik verfallen ist. die fanden das alle auch noch toll! und warum? weil die scheiß panoramaplattform in 304 metern höhe angefangen hat sich zu drehen!! leider ging's mir auch nach dieser erkenntnis noch nicht viel besser, da mir dazu als allererstes das ding im heidepark eingefallen ist, in dem man sich in der luft dreht und dreht und dreht und dann im freien fall in die tiefe rauscht.
was für ein schreckliches erlebnis! ich bin geheilt. keine türme mehr. nie wieder. und das war auf der weltrangliste der höchsten gebäude nur platz 48! platz fünf und sechs stehen in kuala lumpur. sam freut sich schon. kann er dann alleine machen...

nur um die höhe zu verdeutlichen...
blöde drehscheibe

tja und sonst so... an die thailändische küche haben wir uns mittlerweile gewöhnt, obwohl mich das essen hier ehrlich gesagt nicht gerade vom sockel reißt. es schmeckt irgendwie alles ein bisschen nach blumen. scharfen blumen... ich halt mich auch bedeckt, wenn es darum geht, die ganzen garküchen am straßenrand auszutesten. da gibt’s ja nicht nur mais aufm grill, sondern auch grashüpfer und bestimmt auch mal nen hund. sam findet das toll. während der also alles fröhlich in sich hineinschaufelt, bleib ich prinzipiell skeptisch. man muss ja auch wirklich nicht alles mitmachen. jedenfalls bemühen wir uns aber um kulinarische abwechslung und bleiben auch ab und an beim italiener um die ecke hängen. außerdem hab ich letztens geträumt, dass ville valo auch grad in bangkok ist und bei mc donalds auf mich wartet. ich kann mir zwar nicht erklären, aus welchem grund der nach jahren ausgerechnet jetzt mal wieder in meinen träumen vorbei schneit, aber ich würd sie natürlich schon gern annehmen, seine einladung zu nem romantischen mc flurry. deswegen führte uns unser heimweg des öfteren mal bei mc donals vorbei...

bangkok fetzt schon. es macht spaß hier zu sein, auch wenn man ständig eins auf die mütze kriegt. zum beispiel, weil man einfach immerzu verarscht wird (das fängt beim taxi fahren an und hört bei der rechnung im restaurant auf) oder auch weil man nicht angemessen gekleidet den grand palace betreten will. nur um ein falsches bild zu vermeiden: wir sind da nicht in minirock und rippenshirt angetreten. generell verboten sind u.a.: flipflops, kurze hosen, enge hosen, schwarze hosen, zu durchsichtige hosen, ärmellose t-shirts, bauchfreie t-shirts und enge t-shirts. meine leggins war zu eng und zu schwarz, und sams hosen waren zu kurz. also mussten wir wieder gehen. ein paar tage später haben wir es erneut versucht, diesmal mit dem halben inventar unserer klamotten im schlepptau. wir wollen buddha ja nicht verärgern. ehrlicherweise muss ich zugeben, dass sich ganze theater dann doch gelohnt hat. der palast war wunderschön und lässt nur vermuten, wie prachtvoll so ein leben als thailändischer könig früher gewesen sein muss. generell waren wir diese woche äußerst historisch unterwegs: neben dem grand palace haben wir ne führung im national museum mitgemacht und auch die ehemalige wochenendresidenzen vergangener königspaare bewundert. das ganze hat mich doch sehr an versailles erinnert; und plötzlich hab ich mich geärgert, dass ich damals auf der schulexkursion nach paris noch kein auge für solche schönen sachen hatte. da war es wichtiger ein verstecktes plätzchen im schlossgarten zu finden, um ungestört und extrem heimlich ganz schnell eine rauchen zu können... :)

wie auch immer. die letzten zwölf tage in bangkok waren klasse. trotzdem freuen wir uns auf die nächste etappe. morgen früh, 
5:55 uhr, fährt unser zug vom hauptbahnhof in richtung kambodscha. wenn alles klappt, wovon wir eigentlich nicht ausgehen, sind wir dann am späten nachmittag in unserem gästehaus in siem reap. (wer schon mal luxen will: http://www.tripadvisor.de/Hotel_Review-g297390-d1202302-Reviews-Happy_Guest_House-Siem_Reap.html). da bleiben wir dann ne knappe woche, um die riesigen tempelanlagen um angkor wat ausgiebig zu erkunden. zumindest ist es so geplant. es soll ja da im moment ordentlich regnen... jedenfalls freu ich mich auf ein bisschen ruhe und kambodschanische landluft, auf freundliche gesichter und gastfreundschaft in familiengeführten gästehäusern, auf engen kontakt zu den einheimischen und auf die geschichten, die sie zu erzählen haben. außerdem wird es wirklich zeit, dass unser leben wieder günstiger wird. wir haben in knapp zwei wochen bangkok fast anderthalb mal so viel ausgegeben wie in vier wochen sri lanka...

so. und jetzt gehen wir ein letztes mal thailändisch essen und dann knipsen wir pünktlich die lichter aus. morgen um vier klingelt der wecker. bis zum nächsten lebenszeichen vergehen nicht wieder anderthalb wochen, versprochen.

und hier noch ein paar impressionen der letzten tage:

grand palace
temple of dawn
hauptbahnhof
im lumphini park
bangkok zur rush hour
bangkok bei nacht
khao san im regen
national museum
wochenendhaus vom könig
anderes wochenendhaus vom könig

2 Kommentare:

  1. ....einfach herrlich, man fühlt sich als würde man mitreisen...seid ganz lieb gegrüßt aus der heimat und paßt auf euch auf. achtet auf den regengott.sei ganz herlich umarmt von deinem muttschken

    ps. besonders das bild mit dem entspannten bären läßt mich grinsen...

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  2. da es von HIM zur Zeit keine aktuellen Tourdaten gibt (hab ich extra gegoogelt) besteht schon die Möglichkeit, dass du ihn bei Mäcce triffst. Könnte ja auch in Kambodscha sein!!! Falls es da sowas gibt!!! Ach nochwas Wissenswertes: Wolkenkratzer werden so konstruiert, dass sie WANKEN!!! Das muss sein, um den Naturgewalten zu strotzen. Also liebe Willi, las den Sam nicht allein auf den anderen Turm! Trau dich, du schaffst auch das! JAGGA!!! Liebe Grüße und gute Weiterreise! Verpennt bloß nicht!!

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